
UNSERE FACHBEREICHE
Anaphylaxie-Schulung in der M1 Privatklinik: Sicherheit für Ihr Kind im Alltag
Allergien haben in den letzten Jahren spürbar zugenommen – zum Glück verlaufen die meisten Reaktionen mild. Die gefährlichste Form der allergischen Sofortreaktion ist jedoch die Anaphylaxie, ein allergischer Schock. Verständlicherweise löst diese Diagnose bei betroffenen Kindern und ihren Familien große Ängste und Unsicherheiten aus.
Ein wesentlicher Baustein zum Schutz eines Kindes, das bereits eine Anaphylaxie erlitten hat, ist eine individuelle Anaphylaxie-Schulung. In der M1 Privatklinik in München bieten wir diese Schulung im Rahmen eines ausführlichen ambulanten Sprechstundentermins an – gemeinsam mit dem Kind und den Eltern.
Was ist eine Anaphylaxie?
Eine Anaphylaxie ist eine akute, systemische Reaktion mit den Symptomen einer allergischen Sofortreaktion, die den gesamten Organismus erfassen und potenziell lebensbedrohlich werden kann. Da es sich um eine lebensbedrohliche allergische Schockreaktion handelt, ist immer sofortiges Handeln erforderlich.
Zu den häufigsten Auslösern zählen:
- Nahrungsmittel wie Schalenfrüchte, Erdnüsse oder Milch
- Insektengifte, insbesondere Wespen- und Bienenstiche
- Bestimmte Medikamente
Die wirksamste Prävention besteht in der konsequenten Vermeidung dieser Auslöser. Bei Nahrungsmittelallergien bedeutet das im Alltag – etwa in Restaurants, Eisdielen oder Schulen – eine sorgfältige Prüfung von Zutatenlisten anhand der EU-Deklaration der Hauptauslöser und der freiwilligen Spurenkennzeichnung. In unserer Schulung lernen Eltern und Kinder genau das: Spurenkennzeichnungen zu lesen und richtig einzuschätzen.
Für wen ist die Anaphylaxie-Schulung geeignet?
Unsere Schulung richtet sich an Kinder und Jugendliche mit Anaphylaxie sowie deren Eltern und Angehörige. Auf ausdrücklichen Wunsch der Eltern können auch Erzieherinnen und Erzieher des Kindes an der Schulung teilnehmen.
Besondere Vorsicht, wenn Kinder älter werden
Solange Kinder klein sind, behalten Eltern meist genau im Blick, was ihr Kind isst oder wo es sich aufhält. Mit zunehmendem Alter und wachsender Selbstständigkeit verändern sich jedoch die Risiken: Jugendliche sind häufiger ohne direkte elterliche Aufsicht unterwegs – etwa bei Freunden, auf Festen oder abends in einer Bar. Gerade dort lauern oft unerwartete Gefahren, zum Beispiel Nussschälchen, die als Snack an der Bar bereitstehen und leicht übersehen werden. Je älter das Kind wird, desto wichtiger wird es deshalb, dass es die eigenen Auslöser selbst kennt, Situationen selbstständig einschätzen kann und weiß, wie es im Ernstfall reagiert – auch ohne die Eltern in unmittelbarer Nähe.
Was vermitteln wir in der Anaphylaxie-Schulung?
In der Schulung vermitteln wir dem Kind beziehungsweise den Eltern:
- Was die Auslöser des allergischen Schocks bei Ihrem Kind beziehungsweise bei Ihnen sind und wie Sie diese vermeiden können – inklusive dem Lesen und Beurteilen von Spurenkennzeichnungen
- Wie Sie eine leichte oder eine schwere anaphylaktische Reaktion erkennen
- Welche Medikamente Sie Ihrem Kind geben müssen und wann genau
- Wie Sie den Familien- und Kinderalltag mit Anaphylaxie gut bewältigen
Im Rahmen des Termins wird ein individueller Anaphylaxie-Notfallplan sowie ein Notfallpass ausgestellt, und ein Adrenalin-Notfallpen beziehungsweise ein Adrenalin-Nasenspray wird verordnet. Anschließend üben wir gemeinsam mit dem Kind und den Eltern die exakte Anwendung des Adrenalin-Pens, Schritt für Schritt, bis der Handgriff sicher sitzt – Details dazu im Abschnitt weiter unten. Ebenso erklären wir, wie ein Notruf über 112 abgesetzt wird, damit im Ernstfall schnell professionelle Hilfe kommt.
Gerne können weitere Angehörige zur Schulung mitkommen.
Wie die Notfallmedikamente wirken
Für ein besseres Verständnis vermitteln wir in der Schulung auch, wie unterschiedlich schnell die verordneten Notfallmedikamente wirken. Intramuskulär verabreichtes Adrenalin wirkt bereits nach rund 5 Minuten, während Antihistaminika (etwa Cetirizin, Xusal oder Fenistil) 20 bis 30 Minuten und Kortisonpräparate mehr als 60 Minuten benötigen, um ihre volle Wirkung zu entfalten. Bei bekanntem Asthma kommt zusätzlich ein inhalatives Spray zum Einsatz. Da ein kritischer Zustand auch nach der ersten Gabe anhalten kann, sollten Betroffene grundsätzlich immer zwei Adrenalin-Präparate zeitgleich verordnet bekommen.
Adrenalin-Pen und Nasenspray im Vergleich
Für die Verabreichung von Adrenalin stehen zwei Systeme zur Verfügung: die etablierten intramuskulären Autoinjektoren (zum Beispiel Fastjekt, Jext oder Anapen) und das neuere, nadelfreie Adrenalin-Nasenspray EURneffy. Die Pens werden gewichtsadaptiert dosiert: Kinder zwischen 7 und 25 kg erhalten die Junior-Variante (150 µg), Personen über 25 kg die reguläre Dosis (300 µg). Das nadelfreie Nasenspray EURneffy bietet laut Europäischer Arzneimittel-Agentur (EMA) eine mit dem Pen vergleichbare Wirkung; die Dosierung liegt bei 1 mg für Kinder ab 4 Jahren zwischen 15 und 30 kg und bei 2 mg für Personen über 30 kg. Welches Präparat für Ihr Kind infrage kommt, besprechen wir individuell in der Schulung – abhängig unter anderem von Gewicht, Vorerfahrung und persönlichen Vorlieben. Die praktische Anwendung des jeweiligen Präparats üben wir gemeinsam, bis sie sicher sitzt.
Verhalten im Notfall
Der Notfallplan unterscheidet strikt zwischen einer beginnenden und einer schweren Reaktion. Eine beginnende Reaktion äußert sich zum Beispiel durch Quaddeln, Rötungen oder Schwellungen im Gesicht, Übelkeit, Krämpfe oder Kribbeln im Mund sowie Schwindel und Fließschnupfen. Eine schwere Reaktion liegt vor, wenn lebensbedrohliche Symptome der Atemwege (Heiserkeit, Atemnot, pfeifende Atmung) oder des Herz-Kreislauf-Systems (Blutdruckabfall, Bewusstlosigkeit) auftreten. Hier gilt die Maxime: Adrenalin first. Im Zweifelsfall wird der Adrenalin-Injektor immer sofort verabreicht, gefolgt vom Notruf 112. Nach jeder Adrenalingabe ist eine stationäre Überwachung im Krankenhaus zwingend erforderlich.
Unsere Ärztin für Ihre Anaphylaxie-Schulung
Die Schulung wird von Dr. Ursula Bienengräber durchgeführt. Sie begleitet Kinder und ihre Familien persönlich durch die Schulung und steht auch für individuelle Fragen zur Verfügung.
Vereinbaren Sie einen Termin für die Anaphylaxie-Schulung in der M1 Privatklinik am Marienplatz in München. Wir nehmen uns Zeit für Ihr Kind und Ihre Fragen, damit Sie im Alltag und im Notfall sicher handeln können.
Bei Fragen erreichen Sie unser Team telefonisch oder über unser Kontaktformular.

Dr. Ursula Bienengräber
Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin mit dem Schwerpunkt Allergologie und langjähriger Erfahrung als Asthma- und Anaphylaxie-Trainerin.
Häufige Fragen zur Anaphylaxie-Schulung
Für weitere Informationen und Terminvereinbarungen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Vereinbaren Sie Ihren Termin in unserer Privatklinik M1. Wir beraten Sie umfassend zu Rückfragen zur Anaphylaxie-Schulung in München.



Unser Team freut sich auf euch!
Für wen ist eine Anaphylaxie-Schulung geeignet?
Für Kinder und Jugendliche mit Anaphylaxie sowie deren Eltern und Angehörige. Auf ausdrücklichen Wunsch der Eltern können auch Erzieherinnen und Erzieher des Kindes teilnehmen.
Wie lange dauert eine Schulung?
Das Anaphylaxie-Training dauert circa 60 Minuten.
Muss ich für die Schulung bereits einen Adrenalin-Pen oder ein Nasenspray verordnet bekommen haben?
Nein. Wir überprüfen zunächst die Indikation für die Medikamente. Auch wenn Sie bereits ein Rezept haben, können wir die Schulung durchführen.
Wie oft sollte ich die Schulung auffrischen?
Alle ein bis zwei Jahre – insbesondere dann, wenn Ihr Kind eine neue Betreuungseinrichtung besucht.
Was passiert, wenn ich im Notfall etwas falsch mache?
Die Gabe von Notfallmedikamenten im Rahmen der Ersten Hilfe ist über die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert. Für Helfer gilt ein grundsätzlicher Haftungsausschluss, ein Regress ist nur bei grober Fahrlässigkeit möglich.
Rechtlicher Hinweis: Dieser Text ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bitte prüfen Sie bei der Anwendung von Notfallmedikamenten stets die offizielle Packungsbeilage und die exakten Dosierungsvorgaben Ihres behandelnden Arztes.
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