Schlafmedizin

Ab dem 01. April begrüßen wir Prof. Dr. Mellies als spezialisierten Facharzt für Kinderlungenheilkunde und Schlafmedizin im Team der M1 Privatklinik*

Schlafmedizin nach Hause transportieren: Im gewohnten Umfeld schlafen Kinder und Jugendliche einfach besser.

Modernste Technik und langjährige Erfahrung machen die Durchführung einer vollständigen Schlafstudie zu Hause möglich. Mit der Polysomnographie** werden während des Nachtschlafs das Schlafprofil (Leicht-, Tief- und Traumschlaf), Schnarchen, Atmung, Sauerstoffsättigung, Körperlage und EKG aufgezeichnet.

Häufig besteht ein Zusammenhang zwischen Atem- und Schlafstörungen. Die Verbindung der Kompetenzbereiche Kinder-Pneumologie und Schlafmedizin erlaubt eine schnelle und definitive Diagnose.

* vorbehaltlich der Konzession gem. § 30 Gewerbeordnung
** Schlafstudie

In Vorbereitung auf Ihren Besuch bei uns, können Sie sich hier den kinderärztlichen
Schlaffragebogen herunterladen:

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Was ist Schlafmedizin?

Die Schlafmedizin beschäftigt sich mit Schlafstörungen, deren Ursachen und Auswirkungen auf den Organismus. Im Fokus stehen die Diagnose und Therapie von gestörtem und nicht-erholsamem Schlaf.

Die Bezeichnung ist eine Zusatzbezeichnung für Ärzte und erfordert eine zweijährige Ausbildung. (Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin DGSM)

Warum ist guter Schlaf für Kinder so wichtig?

Gesunder und erholsamer Schlaf ist für die körperliche, neurologische und mentale Entwicklung von Kindern von elementarer Bedeutung. Während des Schlafes erholt sich nicht nur der Körper. Bei Kindern werden im Schlaf besonders viele Wachstumshormone ausgeschüttet, neue Nerven entstehen und verknüpfen sich, Erlebtes wird verarbeitet und Gelerntes gespeichert. Unsere Kinder wachsen, entwickeln sich und lernen tatsächlich während sie schlafen.

Wenn der Schlaf eines Kindes langfristig und regelmäßig gestört ist kann seine Entwicklung stark beeinträchtigt werden. Die Folge können ernstzunehmende gesundheitliche Probleme und Defizite hinsichtlich der körperlichen Entwicklung, der Aufmerksamkeit, der Schulleistungen und des Sozialverhaltens sein.

Welche Schlafstörungen haben Kinder und wie kann die Schlafmedizin helfen?

Der Schlaf von Kindern ist besonders empfindlich und kann durch viele Faktoren beeinflusst und gestört werden. Schlafstörungen sind bei Kindern ein wohlbekanntes und in den meisten Fällen auch ein vorübergehendes Problem.

Nicht selten treten bei Kindern aber auch chronische Schlafstörungen auf. Das gemeinsame Symptom aller Schlafstörungen ist, dass der Schlaf nicht erholsam ist. Hierfür gibt es verschiedene Ursachen:

  • Ein- und Durchschlafstörungen
  • Verschiebung des Schlaf-Wach-Rhythmus
  • Verhaltensbedingte Schlafstörungen
  • Schlafbezogene Atmungsstörung z.B. Schnarchen und Obstruktive Schlafapnoe
  • Organische Ursachen wie z.B. Asthma bronchiale, Heuschnupfen, Schmerzen

Die häufigste Schlafstörung von Klein- und Schulkindern ist das permanente (habituelle) Schnarchen.

Mehr als 10% aller Kinder sind betroffen. 1-2% aller Kinder leiden sogar an einer obstruktiven Schlafapnoe.

Warum ist permanentes Schnarchen ein Problem?

Ursache des permanenten Schnarchens ist in der Regel die Einengung der oberen Atemwege durch vergrößerten Rachen- und Gaumenmandeln. Im Schlaf nimmt die Musekelspannung in den oberen Atemwegen ab und das Kind atmet dann permanent gegen einen Widerstand und erzeugt dadurch das Schnarchgeräusch. Die permanente Verlegung der Atemwege im Schlaf löst als Schutzrefelex sehr häufig kurzes Erwachen aus.

Dieses wird vom Kind selbst nicht bemerkt stört aber die Erholungsfunktion des Schlafes enorm. Kinder die permanent schnarchen hatten in einer großen Studie deutlich schlechtere Schulnoten und häufiger Verhaltensauffälligkeiten als ihre nicht-schnarchenden Mitschüler.

Was ist Schlafapnoe beim Kind?

Bei der Obstruktiven Schlafapnoe (OSA) kommt es durch die Einengung der Atemwege zu regelmäßigen Atemabflachungen und Atemaussetzern. Zusätzlich zur Schlafstörung kommt es zu regelmäßigen Abfällen der Sauerstoffkonzentration im Blut.

Kinder mit OSA neigen immer zu einer erheblichen Schlafstörung mit den oben beschriebenen Konsequenzen. Besonders häufig ist die OSA bei Kindern mit neurologischen Erkrankungen, Muskelschwäche und Down-Syndrom (50%). 

Wie können Schlafstörungen diagnostiziert werden?

Ein Kinderarzt und Schlafmediziner ist mit den Ursachen von chronischen Schlafstörungen bei Kindern vertraut und verfügt über die notwendigen diagnostischen Möglichkeiten.

Das wichtigste diagnostische Mittel in der Schlafmedizin ist eine ausführliche Schlafanamnese. Mittels systematischer Fragebögen wird die Beurteilung des individuellen Schlafverhaltens und der subjektiven Empfindung des Schlafes unterstützt.

Zur Objektivierung des Schlafes und zur Diagnose von Störungen des Schlafes, kann eine technische Schlafuntersuchung, die Polysomnographie, indiziert sein. Hierbei werden während des Nachtschlafs das Schlafprofil (Leicht-, Tief- und Traumschlaf), Schnarchen, Atmung, Sauerstoffsättigung, Körperlage und EKG aufgezeichnet, was Rückschlüsse auf die Körperfunktionen im Schlaf und regelmäßige Unterbrechungen zulässt.

Die Polysomnographie erlaubt z.B. die sichere Unterscheidung zwischen harmlosen Schnarchen (mit normaler, erholsamer Schlafstruktur), Schnarchen das die Schlafstruktur und Erholung stört und einer obstruktiven Schlafapnoe.

Ein weiteres technisches Verfahren zur Beurteilung ist die Aktigraphie. Hierbei werden über einen längeren Zeitraum (Tage oder Wochen) die körperliche Aktivität und Intensität aufgezeichnet. Dies erlaubt die Objektivierung des individuellen Schlaf-Wach-Rhythmus und des Aktivitätsniveaus. Die Aktigraphie unterstützt die Diagnostik und Beratung bei Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus sowie bei ADHS.

Muss mein Kind in ein Schlaflabor?

Wenn eine Polysomnographie indiziert ist kann diese stationär im Schlaflabor der Klinik oder ambulant zu Hause erfolgen. Das M1-Zentrum für Schlafmedizin bevorzugt die ambulante Polysomnograpie, denn moderne Technik und langjährige Erfahrung machen die Durchführung einer vollständigen Schlafstudie zu Hause in der gewohnten Umgebung möglich. Die Vorteile sind: repräsentativer Schlaf im eigenen Bett, Vermeidung eines Klinikaufenthaltes sowie deutlich geringere Kosten.

Ein möglicher Nachteil ist, dass während der Aufzeichnung technische Probleme auftreten können (z.B. durch lösen einer Elektrode), die nicht erkannt und sofort behoben werden können. Vereinzelt ist dann eine zweite Aufzeichnung notwendig.

Auch bei der ambulanten Messung kann, wie im Schlaflabor in der ersten Nacht der Schlaf durch die ungewohnte Situation und Messelektroden gestört sein, was als „First Night Effekt” bezeichnet wird. In diesem Falle ist die Aufzeichnung nicht repräsentativ und eine zweite Untersuchung kann indiziert sein.

Eine Abklärung von pathologischer Tagesmüdigkeit und Schläfrigkeit ist im Schlaflabor der Tagesklinik möglich.*

*vorbehaltlich der Konzession gem. § 30 Gewerbeordnung.

In Vorbereitung auf Ihren Besuch bei uns, können Sie sich hier den kinderärztlichen Schlaffragebogen herunterladen:

Wie kann der Schlafmediziner helfen?

Die Basis für die Behandlung von Schlafstörungen ist die möglichst genaue Beschreibung der Problematik im Gespräch mit dem Arzt und ggf. die Objektivierung des individuellen Schlafes durch eine Polysomnographie.

Wenn die Ursachen einer Ein- und Durchschlafstörung, einer Verschiebung des Schlaf-Wach-Rhythmus oder einer verhaltensbedingten Schlafstörung erkannt worden sind können diese i.d.R. durch Beratung und gezielte Maßnahmen deutlich gebessert werden.

Organische Ursachen von Schlafstörungen können diagnostiziert und behandelt werden.

Bei Kindern mit ausgeprägter Müdigkeit oder Tagesschläfrigkeit kann eine Schlafstörung diagnostiziert oder ausgeschlossen werden.

Ist die Schlafstörung Folge von Schnarchen oder Schlafapnoe kann die Notwendigkeit einer medikamentösen oder ggf. operativen Therapie beurteilt werden. Die notwendige Therapie kann eingeleitet werden und der Therapieerfolg kann anschließend objektiv überprüft werden.

Welche Fragestellungen von Eltern und Patienten kann das M1-Zentrum für Schlafmedizin beantworten?

  • Mein Kind hat Einschlaf -und/oder Durchschlafprobleme – Was könnte die Ursache sein? Können / Müssen wir etwas tun?
  • Mein Kind ist oft müde und kann sich nicht konzentrieren. Kann eine Schlafstörung die Ursache sein?
  • Bei meinem Kind wurde der Verdacht auf eine ADHS geäußert. Könnte eine Schlafstörung die Ursache sein?
  • Mein Kind hat ein sehr hohes Schlafbedürfnis. Ist das noch normal?
  • Mein Kind schnarcht, mein Kind hat Atemaussetzer im Schlaf. Ist das behandlungsbedürftig?
  • Bei meinem Kind wurden Mandeln und Polypen entfernt, aber es schnarcht immer noch /schon wieder. Was kann man tun?
  • Unser Säugling hat eine auffällige Atmung/ein auffälliges Atemgeräusch. Ist das behandlungsbedürftig? 
  • Unser Kind wird bereits mit einem Monitor überwacht. Hat es (noch) eine Atemstörung? Was ist die Ursache der Monitoralarme? Kann die Überwachung u.U. beendet werden?

Bei welchen Fragestellungen kann das M1-Zentrum für Schlafmedizin überweisende Fachärzte unterstützen?

  • Mitbeurteilung von Müdigkeit, Schläfrigkeit, auffälligem Verhalten, Konzentrations- und Lernstörungen: Liegt eine Schlafstörung oder schlafbezogene Atmungsstörung als Ursache vor?
  • Patient mit habituellem Schnarchen und beobachteten Atmungsstörungen: Ist es eine Schlafapnoe?
  • Bei ADHS: Ausschluss einer Schlafstörung oder schlafbezogenen Atmungsstörung vor Beginn einer medikamentösen Therapie
  • Objektivierung der Effekte einer ADHS Therapie durch Langzeit-Aktigraphie
  • Abklärung schlafbezogener Atmungsstörung bei Zerebralparese, Neuromuskulärer Erkrankung, Down-Syndrom oder Fehlbildungssyndromen
  • Einleitung und Kontrolle einer CPAP-Therapie
  • Bei ehemaligem Frühgeborenen mit auffälliger Atmung: Liegt nur benigner Stridor vor?
  • Nach ALTE: schlafbezogene Atmungsstörung / Atemantriebsstörung als Ursache?
  • Im Fachbereich Neonatologie: Objektivierung von Monitoralarmen, Beurteilung des Beendens der Monitorversorgung

Fragen und persönlicher Kontakt

Vor einer evtl. Überweisung können Sie Ihre Fragestellung mit
Prof. Uwe Mellies persönlich besprechen:

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Ein guter Tag fängt immer mit einer guten Nacht an

Kinder- und Jugendmedizin

Prof. Dr. med. Uwe Mellies